Semper-talis

Die Geschichte des Spielmannszugs "Semper-talis"

Es war das Jahr 1926, in Deutschland ging es wieder aufwärts, die Lufthansa wurde gegründet, Benz und Daimler fusionierten zu Daimler-Benz, und in Beckum wurde der Grundstein für den Spielmannszug "Semper-talis" gegründet. Im Katholischen Arbeiterverein in Beckum kam man 1926 auf die Idee einen Spielmannszug zu gründen. Die ersten Spielleute waren schnell gefunden, Heinz Westerbeck brachte als Übungsleiter den frisch gebackenen Spielleuten die Flötentöne bei, und Heinrich Bornemeier wurde der erste Tambourmajor in diesem jungen, noch nicht offiziellen Verein.

Urkunde zum Namen Sempertalis Die tatsächliche Gründung erfolgte im Jahr 1927 und die Mitglieder nannten sich "Beckumer Trommler-Corps", nun mit Heinrich Westerbeck als Tambourmajor. Der erste offizielle Auftritt fand bei dem Arbeiter- und Bürgerschützenfest statt. Im selben Jahr nahm man an den Wettstreiten in Ahlen und Dülmen teil und belegte dort auf Anhieb die ersten Plätze. In den Jahren 1928 und 1929 konnte man dieses Können weiterhin unter Beweis stellen, so dass man sich ab 1930 "Mitglied im Gardeverein als Junggardist" nennen durfte. Beim Gardetreffen 1933 in Bielefeld bekamen wir unseren heutigen Namen "Semper-talis" vom Major a.D. von Borries aus dem Semper-talis-Bund verliehen.

Wie der Name "Semper-talis" entstand erzählt uns folgende kleine Geschichte: Eine Garde preußischer Elitesoldaten bildeten die Leibgarde des Königs Friedrich "der Große" in Preußen. Zu den Aufgaben dieser Leibgarde gehörte es auch, den "Alten Fritz" jeden Morgen durch ein Ständchen zu wecken. Dabei soll der König erstmals "Semper-talis" gerufen haben. Die freie Übersetzung bedeutet: Immer gleich! Gemeint war hier das Weckspiel der Garde. Der Major a.D. von Borries war durch das Spiel im Wettstreit so beeindruckt, das er mit dem Namen "Semper-talis" "immer so gut spielen" zum Ausdruck bringen wollte.

Die Erfolge häuften sich, so dass sich der Name "Semper-talis" schnell herum sprach. Ein Mann der ersten Stunde war Willi Dümpel, der 1940 von seinem Vorgänger Heinrich Westerbeck, in einer Feierstunde den Stab übernahm. Die Truppe hielt ihr Mitglied "Willi" für den geeigneten Mann, da er die Erfahrung als Tambourmajor vom Militär mitbrachte.

Uniformen legte man sich 1951 wieder zu, in den noch heutigen Farben Blau-Weiss-Rot. Auch die Erfolge bei den militärerprobten Musikern blieben nicht aus. So errang man 1953 in Osnabrück beim Wettstreit den ersten Platz, und 1957 den Kreispokal.

Die Sensation im Verein entstand 1967 durch die Aufnahme von 5 Damen im Spielmannszug, denn bis dahin war nur der männlichen Jugend der Zutritt gestattet. Dies wurde für die Aufrechterhaltung des Spielbetriebes notwendig. Heute ist ohne die Mädchen und Damen kein Spielmannszug, Fanfarenzug oder Tambourcorps mehr denkbar.

1987 feierte der Spielmannszug "Semper-talis auf dem Osttorparkplatz sein 60 jähriges Bestehen, zu dem viele befreundete Vereine und alle Mitbürger der Stadt begrüßt wurden.

Die Festschrift zum 50. Jubiläum 1977